Forum queerhandicap sucht den Dialog. Starke Gefühle haben ihren Platz, guter Rat aber auch. Das Forum rückt den Austausch von Experten und Alltagsexperten in den Fokus. Impulsreferate, Workshops, gemeinsame Aktionen sowie eine Infobörse öffnen ein einzigartiges Dialogfenster: Persönliche Erfahrung trifft auf Expertenwissen und umgekehrt.
Forum queerhandicap 2011 ist nun leider schon vorüber. Alle Teilnehmenden zeigten sich begeistert vom Zusammenhalt, aber auch vom Programm. Mit nachfolgendem Aufruf warben wir im Vorfeld um die Mitwirkung aller Teilnehmenden:
Forum queerhandicap
steht 2011 unter der Überschrift
"Doppelt diskriminiert ist voll daneben."
Es sind Erfahrungen, wie diese:
Barrieren sind errichtet, doch Grenzen werden
verletzt. Sich wehren wird uns nicht
zugetraut - Gewalterfahrung auch nicht.
Bei der Partnerwahl nicht für voll genommen,
dafür aber bemitleidet oder gar ausgenutzt.
Gemeinsam wollen wir aktiv werden. Erfahrungen nachspüren,
Wissen erweitern, Neues entdecken.
Forum queerhandicap
lebt dabei von dem, was jeder und jede an Themen, Ideen und Einsatz
dazu einbringt.
Insbesondere suchen wir noch Leute, die Lust haben, zu "ihrem"
Thema einen Workshop anzubieten.
Auch Angebote ohne direkten Bezug zum Themenschwerpunkt sind willkommen.
"Ich hatte eine Stinkwut und wollte wissen,
was man gegen eine solche Diskriminierungssituation unternehmen
kann." (Zitat eines Betroffenen)
Almut Dietrich ist die Landeskoordinatorin der Anti-Gewalt-Arbeit
für Lesben und Schwule in Nordrhein-Westfalen. Sie macht klar,
wo Gewalt bereits anfängt. Sie gibt Tipps, wie wir uns wehren können.
Sie stellt sich Fragen und sammelt Eindrücke.
Wie kommt es zu einer negativen Einstellung gegenüber
gleichgeschlechtlich begehrenden und liebenden Menschen?
Häufig wird geantwortet: Es besteht ein Zusammenhang
zwischen dieser Einstellung und einem niedrigen Niveau
der Schulbildung, geringen Sozialstatus, eigener
Benachteiligung, sowie Migrationsgründen. Demnach müssten
SchülerInnen, die gezwungen sind, die Förderschule mit
dem Förderschwerpunkt Lernen zu besuchen,
gleichgeschlechtliches Begehren und Begehrende
mehrheitlich rundweg ablehnen. Ist dem so?
Hier soll dieser Frage nachgegangen werden. Dazu werden
einige Ergebnisse einer Befragung von SchülerInnen dieser
Schulform vorgestellt. Sie sollen diskutiert und um eigene
Erfahrungen der TeilnehmerInnen erweitert werden. Wir
wollen uns so Antworten auf die Frage nähern: Wie kann eine
Schule aussehen, wo Vielfalt der Menschen als Bereicherung
erlebt wird?
Gemeinhin wird nach körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung unterschieden. Doch wozu dient ein solches Schema? Wem ist damit geholfen? Wem nicht? Ist das Spektrum aller Behinderungsarten damit überhaupt abgedeckt? Der Workshop will diesen Fragen nachgehen. Das Thema "Teilleistungsschwächen" dient als Ausgangspunkt der Diskussion.
Corrie und Christian sind schwul, der eine im Rollstuhl, der andere gehörlos. Für die IWWIT-Kampagne der Deutschen Aidshilfe haben sie sich ablichten lassen und intime Details ins Netz gestellt. Sie verstörten die Gemüter: "Nein, es ist nicht unbedingt Mitleid, was wir von einem schwulen Mann erwarten."
Ist Streiten überhaupt erlaubt? Wie streitest Du? Wie reagierst Du? Und wenn ein Nichtbehinderter mit einem Behinderten streitet? Gibt es da ein Gefälle? Wie streite ich richtig? Ein Erfahrungsaustausch.
Es soll das Thema der Liebe und ihrer Heilkraft erarbeitet werden. Wir erfragen die Wirkung von Hormonen, Gefühlen und Gedanken. Was bedeutet die Liebe? Welche Formen und Intensitäten gibt es? Wie sind die Zusammenhänge zwischen Liebe und Sexualität? Als Ergebnis wollen wir die Frage nach der Heilung durch Liebe aufklären.
Trans*-Menschen sehen sich mit Vorurteilen und Diskriminierungen konfrontiert. Wenn dann noch eine Behinderung vorliegt, sind sie doppelter Diskriminierung ausgesetzt. Das Bundesverfassungsgericht hat Anfang 2011 mit einem wegweisenden Urteil die Rechte transsexueller Menschen gestärkt. Der Workshop informiert über rechtliche und soziale Aspekte zum Thema. Er lädt ein zum Dialog über Wege zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz.
Forum queerhandicap 2011 bot einen Mix aus Workshops zum Themenschwerpunkt und anderen Angeboten. Doch auch feste Essen- und Ruhezeiten, über den Tag verteilt, waren vorgesehen. Nicht immer lief alles glatt. Manches mußte improvisiert werden. Das tut uns leid!
Teilnehmende machten in der Abschlußrunde konkrete Verbesserungsvorschläge. Einmütig sprachen sie dem Orga-Team aber Dank aus für die erbrachte Leistung. Lob fand die Fähigkeit, auf unvorhergesehene Situationen flexibel zu reagieren und spontan brauchbare Alternativen anzubieten.
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